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USA exportieren 37 Prozent mehr Laubschnittholz nach Deutschland


06.05.11

Die Laubschnittholz-Lieferungen der USA nach Deutschland stiegen im vergangenen Jahr der Menge nach um 37 Prozent und dem Wert nach um 53 Prozent. Für alle wichtigen amerikanischen Laubholzarten – mit Ausnahme von Red Alder – hat sich der Export 2010 gut entwickelt. Für Tulipwood, American Walnut und American Ash verbucht das Exportvolumen beeindruckende Zuwächse.

Wichtige Wirtschaftsbereiche, die die Laubholznachfrage beeinflussen, zeigen in letzter Zeit in Deutschland eine positive Entwicklung. Der Baubereich offenbart einen Aufwärtstrend, und das gilt besonders für den Renovierungsbereich. Die Möbelmesse im Januar in Köln war eine der lebhaftesten der letzten Jahre. Ein wichtiges Thema dort war nachhaltiges Design, das die Nachfrage nach Holz für die Möbelherstellung ankurbeln sollte, und zwar besonders nach Holz aus den gemäßigten Breiten. Die Domotex, die im selben Monat in Hannover stattfand, zeigte, dass die Nachfrage nach Holzfußböden in Deutschland – anders als in anderen Ländern – wieder ansteigt. Wichtigste Holzart bei den amerikanischen Laubschnittholz-Lieferungen nach Deutschland war im vergangenen Jahr American White Oak mit einem Anteil von 39 Prozent. In der Statistik folgen fast gleich auf American Walnut und Tulipwood mit jeweils einem Anteil von 14 Prozent. Mit deutlichem Abstand folgen Western Red Alder (7 Prozent), American Ash (6 Prozent), American Cherry (4 Prozent) und American Maple (3 Prozent).
 
Die Liefermengen dieser Holzarten haben sich dabei im vergangenen Jahr unterschiedlich entwickelt. Die größten relativen Zunahmen sind zu verzeichnen bei American Ash (+193 Prozent), American Cherry (+101 Prozent), Tulipwood (+84 Prozent) und American Walnut (+82 Prozent). Etwa durchschnittlich war die Zunahme der American-Maple-Lieferungen (+42 Prozent). Unterdurchschnittlich wuchsen die Lieferungen an American White Oak mit +19 Prozent. Unter den namentlich in der Exportstatistik aufgeführten Holzarten fielen 2010 nur die Exporte der USA an Western Red Alder nach Deutschland geringer aus als 2009 (-3 Prozent).
 
Bei American Walnut stellt die Liefermenge des vergangenen Jahres einen neuen Rekord dar. Eine Menge von knapp 7.000 m³ dieser Holzart ist bislang noch in keinem Jahr aus den USA nach Deutschland geliefert worden. Das gleiche gilt auch für die Tulipwood-Importe (6.900 m³); auch für diese Holzart stellt die Liefermengen des Jahres 2010 ein neuer Rekord dar.
 
Exporte an Laubholz-Furnieren legen um 10 Prozent zu
Für die Laubholz-Furnier-Exporte der USA nach Deutschland gibt die USAußenhandelsstatistik für 2010 einen Wert von knapp 31 Mio. USD an. Das sind 10 Prozent mehr als 2009. Durch die relativ starke Erholung der US-Schnittholz-Exporte nach Deutschland war im vergangenen Jahr der Wert der Furnier-Exporte nach Deutschland (31 Mio. USD) geringer als der der Laubschnittholz-Exporte (36 Mio. USD). Deutschland bleibt trotzdem bei den Laubholz-Furnieren der wichtigste Handelspartner der USA unter den EU-Staaten, und zwar vor Spanien (21 Mio. USA) und Italien (12 Mio. USD). Weltweit betrachtet war der Wert der USFurnierlieferungen nur nach Kanada (94 Mio. USD) größer als der Wert der Lieferungen nach Deutschland. Betrachtet man beim Laubholz-Export der USA den Wert der Schnittholz- und der Furnierlieferungen zusammen, so war Deutschland im vergangenen Jahr mit 67 Mio. USD die Nummer zwei unter den EU-Ländern, und zwar hinter Italien (118 Mio. USD) und vor Großbritannien (47 Mio. USD) und Spanien (46 Mio. USD).
 
Die Aussichten für amerikanische Laubhölzer in Deutschland für das laufende Jahr sind gut. In ihrem gemeinsamen Frühjahrsgutachten haben die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute Anfang April vorausgesagt, dass das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr 2,8 Prozent betragen wird, nach +3,6 Prozent im Vorjahr. Die Bauwirtschaft wird sich 2011 weiter erholen – das gilt besonders für den Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern. Auf der anderen Seite werden die Ausgaben der öffentlichen Hand für Neubauten und Renovierungen geringer sein als im vergangenen Jahr.
 
Andere Entwicklungen aus den Bereichen Holzangebot und Holznachfrage können sich in diesem Jahr in Deutschland positiv für die Nachfrage nach amerikanischen Laubhölzern auswirken. Das Angebot an europäischen Laubhölzern einschließlich Eiche bleibt begrenzt. Marktberichte aus den führenden Anbieterländern – zu denen Deutschland, Frankreich und Rumänien gehören – deuten darauf hin, dass die geringen Einschläge der letzten zwei bis drei Jahre und der vermehrte Rundholz-Export nach China auf den europäischen Schnittholzmarkt durchschlagen werden.
 
Wechselkursverschiebungen können auf den internationalen Märkten für Laubschnittholz eine große Bedeutung für die kurzfristige Entwicklung der Konkurrenzverhältnisse haben. Anders als die amerikanische Federal Reserve hat die Europäische Zentralbank ihren Zinssatz angehoben. Das sollte – ohne Berücksichtigung anderer Entwicklungen – zu einem Preisvorteil für amerikanische Laubhölzer führen. Vom wachsenden Interesse am nachhaltigen Design in Deutschland sollte der Werkstoff Holz profitieren, auch wenn man nicht vergessen darf, dass auch die anderen Werkstoffe sich stark darum bemühen ihre Umweltvorteile hervorzuheben oder sich einen „grünen Anstrich“ zu geben, um so die offensichtlichen Umweltvorteile von Holz auszugleichen. Um diesen Versuchen wirksam entgegentreten zu können, lässt der American Hardwood Export Council gerade eine Studie durchführen, die amerikanische Laubhölzer im Rahmen einer Ökobilanz mit ihren Wettbewerbern vergleicht. Für ein wachsendes Interesse an amerikanischem Laubholz spricht auch die neue Holzhandels-Verordnung der EU, deren erste Auswirkungen auf den Märkten ab diesem Jahr erwartet werden: Da Laubholz aus den USA nur ein sehr geringes Risiko aufweist, aus illegalem Einschlag zu stammen, dürfte die Nachfrage nach diesem Holz ansteigen.
 


News ID: 117DMPFX74

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